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Aktuelle Nachrichten und Beiträge

Das KD 11/13 in Essen-Altenessen - Zukunft aller Organisationen sichern

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Der Essener Verbund der Immigrantenvereine e.V. und viele weitere Vereine und Organisationen haben ihren Sitz im KD 11/13. Seit 2018 hat sich das "Zentrum für Kooperation und Inklusion" für eine Heimat entwickelt. Nun besteht die Gefahr, dass diese Heimat zum 31.12.2023 geschlossen wird. Als Dachverband der Essener Migrantenorganisationen haben wir - im Auftrag der im KD 11/13 angesiedelten Vereine - am 28.08.2023 ein Schreiben an den Oberbürgermeister der Stadt Essen und die Vorsitzenden der Fraktionen im Rat der Stadt Essen gesendet.

Foto: KD 11/13 gGmbH

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kufen,
Sehr geehrte Fraktionsvorsitzende,

vielen Dank für Ihr Antwortschreiben vom 02.08.2023 zur Unterstützung des Projekts KD 11/13.
Wir freuen uns sehr, dass sich verschiedene Dienststellen der Verwaltung derzeit in Abstimmung befinden, um über die weitere Zukunft des Standortes zu beraten. Dies ist für uns ein deutliches Signal, welches die hohe Bedeutung des Projekts innerhalb der Stadt Essen widerspiegelt.

Umso bedauerlicher ist die Information über die Rückgabe der Fördermittel und die damit verbundene Abkehr von der geplanten Sanierung des Gebäudes. Damit verliert das Stadtteilzentrum Altenessen-Mitte die Chance, ein bedeutendes Gebäudeensemble wieder für die Bürger*innen nutzbar zu machen.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kufen,
Sehr geehrte Fraktionsvorsitzende,

gern möchten wir etwas zurückblicken: Nach monatelangen Beratungen und zahlreichen Abstimmungsgesprächen mit der Stadt Essen fand in 2018 ein Umzug von sechs Vereinen aus der Heßlerstr. 208-210 zum Standort Karl-Denkhaus-Str. 11-13 statt. Damit ermöglichten die Vereine die Räumung der ehemaligen Heßlerschule, welches mittlerweile durch Beschluss des Rates der Stadt Essen am 30.03.2022 zur Bebauung an ein Essener Unternehmen veräußert wurde. Das Unternehmen plane den Neubau von 42 Einfamilienhäusern.

Ebenso verlagerte der Essener Verbund der Immigrantenvereine e.V. seine Geschäftsstelle von Steele nach Altenessen, um seine Kontakt- und Beratungsdienstleistungen zielgruppennah positionieren zu können - mit Erfolg. Das KD 11/13 entwickelte sich in den vergangenen Jahren für weitere Vereine und Gruppen, die ebenfalls an einem Austausch und einer Kooperation interessiert waren, zu einer Heimat. Die unterschiedlichen Angebote und Aktivitäten trugen dazu bei, dass sich im Laufe der Zeit - vor Ort in Altenessen - ein vielfältiges Begegnungszentrum für Jung und Alt geschaffen wurde.

Das abrupte Scheitern der Initiative „Haus der Kulturen“ im ehemaligen „Haus der Jugend“ am Viehofer Platz (Hammacher Str. 33) im Jahr 2006 hatte zahlreiche Migrantenorganisationen enttäuscht und frustriert. Mit dem KD 11/13 entwickelte sich erstmalig ein Standort, der die damals geweckten Erwartungen nach einem gemeinsamen Ort des Austausches ansatzweise erfüllte.

Nun, aufgrund der sich abzeichnenden Situation, stehen die Vertreter*innen der Vereine nach fünf Jahren erneut vor der Situation, ihre Räumlichkeiten zu verlieren. Erneut ist die Existenz von jahrzehntelang aktiven Organisationen gefährdet, erneut sind mühevoll aufgebaute und bewilligte Projekte und Initiativen bedroht, weil ihnen die wichtigste infrastrukturelle Grundlage entzogen wird. Auf dem Spiel stehen Traditionen, die zum Erliegen kommen werden. Zukunftsperspektiven von hunderten Kindern und Jugendlichen, die täglich/wöchentlich Bildungs-, Kultur-, und Bewegungsangebote im KD 11/13 besuchen, werden von Unsicherheit geprägt sein.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kufen,
Sehr geehrte Fraktionsvorsitzende,

der Rat der Stadt hat am 30.09.2020 - mit großer Freude - mehrheitlich und über Fraktionsgrenzen hinweg beschlossen, den Förderantrag für das „KD 11/13 Zentrum für Kooperation und Inklusion“ bei der Bezirksregierung Düsseldorf zum Stadterneuerungsprogramm 2021 einzureichen. Der Antrag zur Sanierung des Gebäudes wurde dabei auf Grundlage eines Konzeptes zur Schaffung eines interkulturellen Zentrums im Essener Norden eingereicht. Einvernehmlich haben dabei Ratsmitglieder unterschiedlicher Fraktionen die Bedeutung des öffentlichen Vorhabens in bürgerschaftlicher Verantwortung zu realisieren, in ihren Reden besonders hervorgehoben. Diese Debatte bildete für uns einen wichtigen Meilenstein hinsichtlich der verbesserten Teilhabe von Essener*innen mit internationaler Einwanderungsgeschichte.

Für uns bedeutet die Abkehr von der Sanierung des Objektes allerdings nicht die Abkehr vom grundlegenden Vorhaben, ein interkulturelles Zentrum im Essener Norden zu realisieren.

Die unterzeichnenden Organisationen bitten daher um,

  1. die Umsetzung des Ratsbeschlusses hinsichtlich Einrichtung eines interkulturellen (Bürger-) Zentrums,
  2. die Darstellung der geplanten Nutzung beim Ankauf des Gebäudes / des Grundstücks durch die Stadt Essen,
  3. die Darstellung von alternativen Räumlichkeiten zum 01.01.2024. In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass wir ohne die Bereitstellung von alternativen Räumlichkeiten zum 01.01.2024 unsere Vereinsarbeit im KD 11/13 nicht einstellen können.
  4. die Schaffung einer dauerhaften Lösung für die vor Ort ansässigen Gruppen und Vereine zur Sicherung der intensiven Kooperation und Zusammenarbeit.

Gern bieten wir an, uns frühzeitig an konzeptionellen Gestaltungsprozessen zu beteiligen. Grundsätzlich sind wir jedoch der Meinung, dass sich das KD 11/13 als Grundlage für weitere Planungen am Besten eignet.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Muhammet Balaban
Vorsitzender

Diese Erklärung wird von den untenstehenden Unterzeichner*innen getragen und unterstützt:

  • ELZ Essener Lernzentrum gUG
  • Forum der Russlanddeutschen in Essen e.V.
  • HIYA Frauenverein (in Gründung)
  • Initiativkreis Religionen in Essen
  • Institut für interkulturelle Musik und Bühnenkünste e.V.
  • KD 11/13 e.V.
  • KIM-E Jugend
  • Kommission Islam und Moscheen in Essen e.V.
  • Kultursensible Versorgung mitempathie e.V.
  • Orientverein Integration e.V.
  • Quincy Davies Ministries e.V.
  • RAA Verein NRW e.V.
  • Türkischer Elternverband in Essen und Umgebung e.V.
  • Zukunft Bildungswerk gUG

migo - die digitale Mitgliederzeitschrift des Essener Verbundes der Immigrantenvereine e.V.

Der Essener Verbund der Immigrantenvereine e.V. freut sich, Ihnen migo - die neue digitale Mitgliederzeitschrift vorzustellen.

migo steht für „Migration - Integration - Gesellschaft - Oekonomie“ und damit für viele Themen in unserer heutigen Zeit. migo soll sowohl dazu beitragen, die Kommunikation unter den Mitgliedsvereinen zu verbessern, als auch viele interessierte Essenerinnen und Essener über die vielfältigen Angebote und Nachrichten aus unserer Stadt, aus unserem Land und der Bundesrepublik zu informieren.

migo erscheint monatsweise als Newsletter und wird Themen u.a. aus Wirtschaft, Recht, Sport, Bildung, Gesundheit, Nachrichten über Aktivitäten der Migrantenvereine, Berichte aus Rat und Politik und vieles mehr umfassen.

Der „Essener Verbund der Immigrantenvereine e.V.“ ist ein Dachverband aller gemeinnützigen Migrantenorganisationen in Essen. Seit der Gründung in 2000 ist er stetig gewachsen. Heute erreicht er eine Mitgliederzahl von über 70 Migrantenorganisationen aus über 20 Herkunftsländern. Von dieser Zusammenarbeit profitieren MitbürgerInnen ausländischer Herkunft in erster Linie, aber auch die Stadt und die gesamte Bevölkerung in Essen.

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